Die Biologie desVaters

Was uns die Verhaltensfoschung über Väter berichten kann.

Carsten Schradin:

Die Biologie des Vaters

ISBN-10: 3-930831-65-1, 206 Seiten, zahlr. auch farb. Abb.

€ 29,90, Filander Verlag Fürth.

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Artikel über Väter bei einheimischen Wildtieren

Poadcast der Sendung "IQ - Wissenschaft und Forschung" von Bayern 2. am 30. April über Tierväter (16MB, 27min).

im Jäger, in Ein Herz für Tiere

Kurze Pressemitteilung

Bericht im Handelsblatt

Interview mit Carsten Schradin in der Zeitschrift Ein Herz für Tiere

Interview über "Die Biologie des Vaters" in DRS2aktuell

Buchbesprechung im Tagesanzeiger

Buchbesprechung auf unipublic

Weitere Informationen im SGM-Spiegel Nr. 10

 

Ist der Mensch ein guter Vater? Ist väterliches Verhalten beim Menschen überhaupt natürlich, oder nur ein Konstrukt der Kultur? In seinem Buch Die Biologie des Vaters1 gibt der Zürcher Verhaltensbiologe Carsten Schradin Antworten auf diese Fragen, mit dem Blick auf unsere tierischen Verwandten.

Väterliches Verhalten ist ein Paradox: Es ist im Tierreich weit verbreitet, kommt aber nur bei wenigen Arten vor. Ein paar wenige gute Tierväter gibt es bereits bei Wirbellosen, wie zum Beispiel tropischen Weberknechten oder Mistkäfern, welche ihren Nachwuchs beschützen und mit Nahrung versorgen. Das ist aber die Ausnahme. Auch ein paar Froschväter kümmern sich um ihren Nachwuchs, tragen die Kaulquappen zum Beispiel auf ihrem Rücken zu sicheren Tümpeln (Pfeilgiftfrösche) oder brüten sie gleich selber in ihrem Kehlsack aus (Darwin Frosch). Weit verbreitet ist väterliches Verhalten bei Fischen und bei Vögeln: Der Stichlingsmann fächelt den Eier in seinem Nest sauerstoffhaltiges Wasser zu und bewahrt sie durch Putzen vor dem Verpilzen. Das Seepferdmännchen hat den Weibchen die Anstrengung der Schwangerschaft abgenommen und einen komplexen Brutbeutel entwickelt, in welchem die Eier mit Sauerstoff und wahrscheinlich sogar Nährstoffen versorgt werden. Für Amsel, Drossel, Fink und Star ist väterliches Verhalten eine Selbstverständlichkeit, denn bei mehr als 70% der Vogelarten kümmern sich Männchen und Weibchen gemeinsam um die Jungen. Ganz im Gegensatz die Säugetiere: Weniger als 10% der Arten zeigen väterliches Verhalten, meist muss sich die Mutter alleine um die Nachkommen kümmern.

Woher kommen diese großen Unterschiede zwischen den Arten und Tiergruppen im Verhalten der Väter? Erst einmal ist es erstaunlich, dass sich Männchen überhaupt um ihre Jungen kümmern. In der Evolution setzt sich durch, wer am meisten Nachkommen hat, und für die Männchen der meisten Arten ist das derjenige welcher am meisten Weibchen befruchten kann. Aber auch durch väterliches Verhalten kann ein Männchen seinen Fortpflanzungserfolg erhöhen. Ob nun Weibchensuche oder väterliches Verhalten die höhere evolutive Dividende bringt ist von Art zu Art unterschiedlich und hängt auch von der Umwelt ab. Auch das Sozialsystem spielt eine wichtige Rolle, zum Beispiel ob eine Art monogam oder polygam ist. Ein weiterer Faktor ist die Persönlichkeit des Männchens. Denn auch innerhalb einer Art können sich Männchen im Ausmaße der väterlichen Fürsorge stark unterscheiden, was von der individuellen Erfahrung eines jeden Männchen abhängt. Männchen der Präriewühlmaus werden zum Beispiel selber bessere Väter, wenn sie als Junge von einem guten Vater betreut wurden. Für Lisztäffchen scheint es wichtig zu sein, ob sie Erfahrungen mit der Aufzucht jüngerer Geschwister sammeln konnten. Die Umwelt fängt aber schon im Uterus an: Mongolische Wüstenrennmäuse, welche im Bauch der Mutter zwischen zwei Brüdern liegen, erfahren dadurch erhöhte Testosteronwerte und sind später schlechtere Väter. Hormone spielen auch beim erwachsenen Tier eine wichtige Rolle. So haben gute Väter häufig niedrige Testosteronwerte aber hohe Werte an Prolaktin, einem Hormon welches auch für mütterliches Verhalten und die Milchbildung sehr wichtig ist. Durch die Wirkung von Hormonen verändert sich auch das Gehirn: Das väterliche Gehirn unterscheidet sich deutlich von dem eines Nichtvaters.

Viele Faktoren spielen bei der Regulation des väterlichen Verhaltens zusammen: Die evolutiven Auswirkungen des Verhaltens, die Sozialstruktur der Art, individuelle Erfahrungen und physiologische Veränderungen, welche zu einem väterlichen Gehirn führen. Wie diese Faktoren zusammenspielen und zusammengehören ist eines der Hauptthemen der Biologie des Vaters. Im letzten und längsten Kapitel geht es aber auch um die Biologie des Menschenvaters. Bei mehr als der Hälfte der menschlichen Kulturen spielt der Vater eine wichtige Rolle. Väterliches Verhalten beim Menschen ist also normal, entspricht seiner Natur, und kann auch biologisch erklärt werden. Weltmeister im väterlichen Verhalten sind die Aka Pygmäen aus Afrika, während der mitteleuropäische Mann eher im Mittelfeld zu finden ist. Aber sowohl zwischen den Kulturen als auch innerhalb der westlichen Kultur gibt es eine hohe Varianz. Zwischen den Kulturen ist dies häufig auf unterschiedliche Umwelten zurückzuführen. Bei uns in Mitteleuropa sind vor allem diejenigen Männer gute Väter, welchen es selbst gut geht. Ein gestresster Mann ist ein schlechter Vater! Auf jeden Fall haben viele Menschenväter ein starkes Verlangen, bei der Aufzucht ihrer Kinder aktiv zu helfen. Ob ein guter Vater aber auch ein besserer Mensch ist, kann anhand der Biologie nicht bestimmt werden. Ethische und moralische Schlussfolgerungen lassen sich aus der Biologie nicht ziehen, sondern sind unsere eigene Verantwortung. Trotzdem endet Schradin sein Buch mit fünf zum Teil recht kontroversen Thesen, wie man aus einem Mann einen guten Vater machen kann, z.B. indem man Möglichkeiten zur Polygamie verhindert, man das Wohlbefinden des Mannes sicherstellt oder gar genetische Vaterschaftstests routinemäßig durchführen lässt. Denn in einem unterscheiden sich Menschenväter von Tiervätern: Sie wollen die Dreieinigkeit des Vaters erreichen, d.h. derselbe Mann will häufig der biologische, der rechtmäßige und der Verhaltensvater seiner Kinder sein.

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Die Biologie des Vaters hat im Buchladen zwischen Stephen Hawking und Einstein einen guten Platz gefunden !!!

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Das Tragen der Jungen ist bei vielen Tierarten eine Art des väterlichen Verhaltens.

Ein Vater der Affenart Springtamarin trägt sein Junges.

Auch beim Goldfrosch trägt der Vater sein Junges, eine Kaulquappe.